Finanzierung · 16. September 2026
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Start-ups für Fusionsenergie finden neue Partner im Verteidigungssektor
Unternehmen für Fusionsenergie suchen verstärkt die Zusammenarbeit mit dem Verteidigungssektor, um neue Finanzierungsquellen und Anwendungsbereiche zu erschließen. TechCrunch berichtete über diese Entwicklung, bei der Start-ups, die ursprünglich auf die Stromversorgung des Netzes abzielen, nun verstärkt Verteidigungsanwendungen nutzen.
Die Partnerschaften entstehen vor dem Hintergrund stagnierender Risikokapitalinvestitionen im Bereich der Klimatechnologie. Da die Entwicklung der Fusionsenergie kostenintensiv ist, begrüßen Risikokapitalgeber es, wenn Portfolio-Unternehmen alternative Geldquellen finden. Die Verteidigungsindustrie zeigt insbesondere an Laserwaffen ein gesteigertes Interesse, da Drohnen die moderne Kriegsführung verändert haben. Herkömmliche Luftabwehrsysteme gelten als ineffizient, da sie oft teure Raketen gegen günstige Konsumentendrohnen einsetzen. Laserwaffen könnten diese Kalkulation ändern, da sie schnell und kostengünstig feuern und Strom aus Generatoren oder Reaktoren beziehen.
Das Start-up Xcimer, das an laserbasierten Reaktordesigns arbeitet, gab eine Partnerschaft und eine Investition durch RTX bekannt. Das Konglomerat, zu dem der Rüstungsunternehmen Raytheon gehört, stellt über RTX Ventures Finanzmittel bereit. Im Gegenzug kann RTX untersuchen, wie die leistungsstarken Laser von Xcimer für eigene Zwecke genutzt werden können. Xcimer betreibt derzeit das laut eigenen Angaben weltweit größte private Lasersystem, genannt Phoenix. Obwohl dieses System eine deutlich geringere Leistung aufweist als für ein Kraftwerk erforderlich wäre, ist es bereits leistungsstark genug für den Verteidigungssektor.
Ein weiteres Unternehmen, Pacific Fusion, schloss im vergangenen Monat eine Absichtserklärung mit der National Nuclear Security Administration ab, um gemeinsam an Experimenten zur Fusion mit hoher Energiedichte zu arbeiten. Pacific Fusion hat eine Demonstrationsanlage in New Mexico errichtet. Diese Anlage soll primär beweisen, dass das Design des Unternehmens mehr Energie erzeugen kann, als es verbraucht. Die dortigen Fusionsreaktionen werden weitaus leistungsstärker sein als jene, die die Regierung derzeit für Experimente an Kernwaffen einsetzt.
Die Verbindung zum Verteidigungssektor ist für Pacific Fusion kein Zufall. Mitbegründer und technischer Leiter Keith LeChien arbeitete zuvor bei der National Nuclear Security Administration sowie bei den Nationalen Laboratorien Sandia und Lawrence Livermore. Die Mitbegründerin und operative Leiterin Carrie von Muench gab an, dass Verteidigungsanwendungen stets eine Rolle in ihren Überlegungen spielten. Die Branche der Fusionsenergie kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück, da die Wissenschaft hinter thermonuklearen Bomben aus der Zeit des Kalten Krieges die Grundlage für die heutige Industrie bildete.