Expansion · 15. September 2026

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Boston Consulting Group warnt vor der Falle der falschen Abstimmung in Unternehmen

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Alvaro Reyes / Unsplash

Die Boston Consulting Group hat eine Analyse von fast 2.000 börsennotierten Unternehmen über einen Zeitraum von 20 Jahren durchgeführt. Dabei wurde festgestellt, dass über 70 Prozent der Firmen, die eine Phase schlechter Geschäftsergebnisse durchliefen, sowohl ein Jahr als auch fünf Jahre später schlechter abschnitten als der Durchschnitt ihrer Branchenkonkurrenten.

In einem Artikel in der Harvard Business Review erläutern Julia Dhar, Kristy R. Ellmer und Philip Jameson von der Boston Consulting Group, dass die Ursache oft in den Vorstandsetagen liegt. Führungsteams fallen häufig in die Falle der sogenannten falschen Abstimmung, bei der sie vorgeben, sich über geplante Veränderungen einig zu sein, obwohl in Wirklichkeit keine echte Übereinstimmung besteht.

Techsauce berichtete über diese Erkenntnisse und hob hervor, dass eine echte Vereinbarung mehr erfordert als nur die Abwesenheit von Widerspruch. Während eine bloße Abstimmung oft nur bedeutet, dass man sich nicht gegenseitig behindert, verlangt eine echte Vereinbarung eine intensive Zusammenarbeit und detaillierte Absprachen, die schriftlich fixiert werden können.

Ein Beispiel aus Nordamerika zeigt die Gefahr dieser Fehlwahrnehmung bei einem Energievertriebsunternehmen. Obwohl zehn von 13 Führungskräften angaben, dass die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens klar sei, und acht eine Abstimmung bejahten, lieferten sie auf schriftliche Anfrage völlig unterschiedliche Definitionen darüber, wie sich das Unternehmen verändern solle.

Die Gründe für dieses Phänomen liegen unter anderem im sogenannten falschen Konsenseffekt, bei dem Menschen fälschlicherweise annehmen, dass andere dieselben Überzeugungen teilen wie sie selbst. Zudem führen oft zu oberflächliche Diskussionen dazu, dass unterschiedliche Ansätze zur Zielerreichung nicht erkannt werden.

Ein weiteres Problem ist die Tendenz, aus Angst vor unangenehmen Konflikten eine Zustimmung vorzutäuschen. In einem beschriebenen Fall eines Großunternehmens wurden Meinungsverschiedenheiten ignoriert, um die Harmonie zu wahren, was dazu führte, dass am Ende niemand die konkreten nächsten Schritte benennen konnte.