Expansion · 15. September 2026
Auch veröffentlicht auf 中文, Nederlands, Türkçe, हिन्दी, Français, Svenska
Studie analysiert spezifische Merkmale von Venture Studios
Eine Untersuchung befasst sich mit der Definition und den organisatorischen Merkmalen von Venture Studios, um diese von ähnlichen Modellen abzugrenzen.
StartupBusiness berichtete über die Ergebnisse dieser Analyse, die in der Fachzeitschrift Technovation veröffentlicht wurde. Die Forschung stützt sich auf eine weltweite Kartierung von 1.006 Venture Studios, vergleichende Fallstudien zu 12 europäischen Venture Studios sowie zwei internationalen Netzwerken und einer globalen Umfrage unter 71 Venture Studios. Die Daten weisen auf eine geschätzte jährliche Wachstumsrate von 18 Prozent hin.
Venture Studios werden als Organisationen definiert, die Start-ups gründen, indem sie als Gründer oder Mitgründer agieren und standardisierte Prozesse zur Unternehmensgründung parallel durchführen. Im Gegensatz zu Beschleunigern oder Risikokapitalfonds, die Mentoring oder Finanzierungen für bereits existierende Unternehmen anbieten, übernehmen Venture Studios eine direkte Verantwortung in wesentlichen Teilen des Gründungsprozesses. Dies umfasst die Bewertung von Chancen, die Marktvalidierung, die Entwicklung von Geschäftsmodellen, die Produktentwicklung sowie die Teambildung.
Die Studie identifiziert fünf Kriterien zur Erkennung eines authentischen Venture Studios. Erstens muss die Organisation als Gründer oder Mitgründer auftreten und die damit verbundenen Risiken und Eigentumsverhältnisse tragen. Zweitens muss das Engagement operativ sein, was über gelegentliches Mentoring hinausgeht und konkrete Aktivitäten im Bereich des Venture Building umfasst. Drittens müssen mehrere Unternehmen über eine gemeinsame Struktur, geteilte Ressourcen und eine gemeinsame Führung aufgebaut werden.
Zudem müssen die Prozesse der Unternehmensgründung replizierbar und dennoch anpassbar sein, wobei Instrumente wie Playbooks, Bewertungskriterien und Überprüfungsverfahren zum Einsatz kommen. Schließlich muss das gewonnene Wissen innerhalb der Organisation kumulativ gespeichert und für nachfolgende Projekte wiederverwendet werden. Diese Erkenntnisse können auch an Mitgründer, Investoren und andere Partner im Ökosystem weitergegeben werden.
Die Notwendigkeit dieser Klärung ergibt sich aus der häufigen Verwechslung des Begriffs mit Bezeichnungen wie Venture Builder, Company Builder, Startup Factory, Startup Foundry oder Operational VC. Diese Ambiguität beeinflusst die Entscheidung von Gründern bezüglich Eigentumsanteilen und Entscheidungsmacht sowie die Einschätzung von Investoren und die Planung öffentlicher Programme für unternehmerische Ökosysteme.