Expansion · 27. August 2026
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Startups kaufen weiterhin Startups – angeführt von hochbewerteten Einhörnern
Im laufenden Jahr haben mehr als 500 mit Risikokapital finanzierte Startups weltweit andere private, ebenfalls mit Risikokapital ausgestattete Startups übernommen. Wie aus Daten von Crunchbase hervorgeht, zählen zu den aktivsten Käufern einige der bekanntesten und wertvollsten Einhörner, darunter OpenAI, Databricks und Anthropic.
Die Zahl der Übernahmen im Jahr 2026 bleibt voraussichtlich auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr. Zwar sind die gemeldeten Transaktionszahlen leicht rückläufig, doch könnte sich dieser Trend mit Verzögerung noch ausgleichen, da kleinere Deals oft erst Wochen oder Monate nach Abschluss in die Statistik einfließen. Die Marktbedingungen haben sich insgesamt kaum verändert: Die Zahl der Börsengänge von Technologie-Startups liegt weiterhin unter dem üblichen Niveau, hochbewertete KI-Unternehmen behalten ihre außergewöhnlichen Bewertungen bei, und die Zunahme großer Finanzierungsrunden sorgt dafür, dass bevorzugte Käufer über reichlich liquide Mittel verfügen.
Laut den verfügbaren Daten haben im ersten Halbjahr 2026 mindestens 440 finanzierte Startups andere Startups übernommen. Für das zweite Halbjahr zeichnet sich dagegen eine langsamere Entwicklung ab, da bisher weniger als 100 Transaktionen gemeldet wurden.
Die M&A-Aktivitäten bei Startups erreichten vor etwa vier Jahren ihren Höhepunkt und gingen anschließend zurück, parallel zu einem allgemeinen Rückgang der Investitionen in Startups. In den letzten beiden Jahren hat sich die Lage jedoch wieder verbessert, was vor allem auf die gestiegenen Investitionen in den Bereich KI zurückzuführen ist.
Einige Startups stechen durch eine besonders hohe Übernahmeaktivität hervor. OpenAI hat in diesem Jahr bereits acht Startups übernommen, meist im Seed- oder frühen Wachstumsstadium. Insgesamt hat das Unternehmen damit laut Crunchbase-Daten mindestens 19 Unternehmen gekauft. Anthropic hat ebenfalls fünf Übernahmen getätigt, darunter den Kauf des KI-Biotech-Startups Coefficient Bio für 400 Millionen US-Dollar.
Im Fintech-Bereich hat sich MoonPay als aktiver Käufer erwiesen. Die Plattform für Kryptotransaktionen hat zwischen April und Juli fünf finanzierte Startups übernommen, die sich auf Kryptowährungen oder Blockchain-Technologien spezialisiert haben. Weitere Unternehmen mit mehreren Übernahmen in diesem Jahr sind der KI-Infrastruktur-Einhorn Databricks, der Sicherheitsanbieter Cyera sowie die Legal-Tech-Startups Harvey und Legora.
Experten gehen davon aus, dass sich die Übernahmeaktivitäten von Startups vorerst fortsetzen werden. Angesichts des harten Wettbewerbs um einen Vorsprung im KI-Wettlauf finden gut finanzierte Startups es oft einfacher, ein anderes Unternehmen zu kaufen, als bestimmte Technologien selbst aufzubauen. Auch der Zugang zu Fachkräften spielt eine Rolle: Durch sogenannte Akqui-Hires können Startups nicht nur einzelne Spitzenkräfte, sondern gleich ganze Teams mit nachgewiesener Erfolgsbilanz gewinnen.
Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Konzentration des Kapitals. Obwohl die Gesamtfinanzierung für Startups in diesem Jahr gestiegen ist, fließt das Geld immer stärker in eine kleinere Gruppe von Unternehmen. Während einige Startups Schwierigkeiten haben, überhaupt Finanzierungen zu erhalten, verfügen andere über reichlich Mittel für Übernahmen. Auch die Markteinführungskosten spielen eine Rolle: Ein Startup mag zwar über ein vielversprechendes Produkt verfügen, doch die Kosten für dessen Vermarktung können prohibitiv hoch sein – ein Problem, das sich unter dem Dach eines größeren, etablierteren Startups leichter lösen lässt.
Crunchbase News berichtete über diese Entwicklungen.