Expansion · 27. August 2026

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Fluglotsenstreik in Norwegen: Konflikte um Pausenregelungen und Arbeitsbedingungen eskalieren

yellow van parked on sidewalk during daytime
Alan W / Unsplash

Die anhaltende Streikaktion der norwegischen Fluglotsen hat bereits zu massiven Störungen im Luftverkehr geführt. Zahlreiche Flüge wurden gestrichen, Verspätungen gemeldet und mehrere Flughäfen vorübergehend geschlossen. Die Arbeitsniederlegung der Fluglotsen, die von der Norsk Flygelederforening (NFF) organisiert wird, belastet eine ohnehin bereits stark beanspruchte Luftfahrtbranche.

Der Konflikt verschärfte sich am Dienstag, als weitere acht Fluglotsen in den Streik treten sollten. Zusätzlich zu den bereits zwölf streikenden Kollegen hätte sich die Zahl der Ausfallenden damit auf zwanzig erhöht. Die Ausrufung des Streiks wurde jedoch auf Mittwochmorgen um 06:00 Uhr verschoben. Zuvor hatten Vertreter der NFF und der Arbeitgeberseite, vertreten durch Spekter, am Montagmorgen neue Verhandlungen aufgenommen, um eine schnelle Beilegung des Konflikts zu erreichen.

Anne-Kari Bratten, Geschäftsführerin von Spekter, äußerte sich vor Beginn der Gespräche zuversichtlich, dass beide Seiten konstruktiv nach einer Lösung suchen werden. Sie betonte, dass es ihr Ziel sei, die Streikaktion so schnell wie möglich zu beenden, um den normalen Flugbetrieb wiederherzustellen. Bratten verwies darauf, dass die Arbeitgeber bereit seien, Zeit in die Verhandlungen zu investieren, um eine Einigung zu erzielen.

Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht die Frage nach angemessenen Pausenregelungen für Fluglotsen, insbesondere für diejenigen, die allein Dienst haben. Die NFF argumentiert, dass Fluglotsen in Einzelschichten bis zu 16 Stunden ohne echte Pause arbeiten müssten. Robert Gjønnes, Vorsitzender der Norsk Flygelederforening, erklärte, dass bereits sieben oder acht Stunden ohne Pause unzumutbar seien. Während in größeren Teams Pausen in der Regel gewährleistet seien, gebe es bei Einzelschichten keine Möglichkeit, eine Pause einzulegen, da die Fluglotsen weiterhin Funk- und Notfrequenzen überwachen, den Luftraum kontrollieren und für Notfälle erreichbar sein müssten.

Die NFF verweist auf EU-Rechtsvorschriften, die eine Pause als eine Zeit definieren, in der keine Arbeitsaufgaben anfallen dürfen. Gjønnes forderte, dass diese Regelungen strikt eingehalten werden. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch Avinor und Spekter, hält dagegen, dass strengere Pausenregelungen eine Erhöhung der Personalbesetzung und damit höhere Kosten zur Folge hätten. Die NFF schlägt vor, den Flugverkehr für kurze Zeit zu unterbrechen, um den Fluglotsen eine Pause zu ermöglichen, und betont, dass es ihnen nicht um eine Aufstockung der Belegschaft gehe, sondern um die Umsetzung der Pausenregelungen.

Sowohl Avinor als auch Spekter lehnten es ab, zu den konkreten Forderungen der NFF Stellung zu nehmen. In einer Stellungnahme erklärte Ylva Celius Trulsen, Kommunikationsberaterin bei Avinor, dass die Gespräche mit der NFF Priorität hätten und man sich auf eine Einigung konzentriere, um den Flugverkehr wieder zu normalisieren. Auch Ingvild Dahl Dørnes, Organisations- und Stabschefin bei Spekter, bestätigte, dass man derzeit keine weiteren Kommentare zu den Forderungen abgeben wolle, da die Verhandlungen Vorrang hätten.

Hintergrund des Konflikts ist zudem die Weigerung der NFF, Lohnzugeständnisse im Einklang mit der Frontfagsnorm anzunehmen, die im Durchschnitt 62.000 norwegische Kronen pro Fluglotse betragen würden. Die Arbeitgeberseite betont, dass sie keine Änderungen der tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen gefordert habe. Die NFF hingegen besteht darauf, dass ihre Forderungen zur Arbeitszeitregelung innerhalb eines vertretbaren Rahmens lokal gelöst werden könnten. Bratten von Spekter wies darauf hin, dass die Diskussion um die Pausenregelungen eine erneute Auseinandersetzung um eine Arbeitszeitregelung sei, die bereits in zwei Instanzen vor Gericht verloren gegangen sei.

Die E24 berichtete über den eskalierenden Konflikt zwischen den Fluglotsen und den Arbeitgebern.