Produkt · 2. September 2026
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Caterpillar überträgt jahrzehntelange Erfahrung aus der Automatisierung von Bergbau auf KI-Einsatz
Der Baumaschinenhersteller Caterpillar hat heute bekannt gegeben, dass er seine langjährige Expertise aus der Automatisierung von Bergbauprozessen nun auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz in weiteren Bereichen überträgt.
Das Unternehmen, das seit Jahrzehnten autonome Maschinen wie Transportfahrzeuge, Bohrer, Lader und Planierraupen für den Bergbau entwickelt, nutzt diese Erfahrung nun, um KI in dynamischen Umgebungen wie Baustellen, Steinbrüchen und anderen Industriegeländen einzusetzen. Jaime Mineart, Chief Technology Officer bei Caterpillar, erklärte während eines Gesprächs auf der Ai4-Konferenz in Las Vegas, dass die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Bergbau nun in anderen Sektoren Anwendung finden könnten.
Caterpillar bietet bereits heute eine breite Palette autonomer Lösungen an, darunter ferngesteuerte Baumaschinen, eine Software-Steuerzentrale, Flottenmanagement und sogar Fernerkundungstechnologien. Diese Tools sollen die Effizienz und Sicherheit auf Baustellen erhöhen.
Ein konkretes Beispiel für den KI-Einsatz ist der „Cat AI Assistant“, ein Sprachassistent für Servicetechniker vor Ort. Mit diesem Tool können Techniker per Sprachbefehl Reparaturanleitungen abrufen, potenzielle Probleme diagnostizieren und benötigte Ersatzteile identifizieren, bevor sie mit der Arbeit beginnen. Laut Mineart wird der Assistent bereits von Kunden, Betreibern und Technikern genutzt.
Die Technologie basiert auf proprietären Daten von Caterpillar, die Informationen von vernetzten Maschinen umfassen. Mineart betonte, dass das Unternehmen weltweit etwa 1,6 Millionen vernetzte Maschinen betreibt und über mehr als 16 Petabyte strukturierte Daten verfügt.
Darüber hinaus setzt Caterpillar KI ein, um Baustellen zu scannen und digitale Zwillinge für die Analyse von Fertigungsprozessen zu erstellen. Auch in der Softwareentwicklung kommt KI zum Einsatz, etwa zur Modernisierung alter Codes, zur Generierung und zum Testen neuer Software sowie zur frühzeitigen Erkennung von Fehlern.
Trotz der technologischen Fortschritte betonte Mineart, dass die größte Herausforderung nicht in der Entwicklung, sondern in der Integration der Technologie in bestehende Arbeitsabläufe liege. Unternehmen müssten nicht nur die Maschinen anpassen, sondern auch die Arbeitsprozesse und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine neu gestalten.
Um diese Herausforderung zu bewältigen, setzt Caterpillar auf erfahrene Bediener, die ihr Wissen an KI-Systeme weitergeben. Gleichzeitig könnten sich die Aufgaben von Bedienern ändern, etwa durch die Überwachung mehrerer Maschinen aus einem entfernten Kontrollzentrum.
Um seine Mitarbeiter auf diese Veränderungen vorzubereiten, plant Caterpillar, in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen US-Dollar in die Schulung von 118.000 Mitarbeitern in den Bereichen KI, Autonomie und Robotik zu investieren.
Der Einsatz von KI und Automatisierung scheint sich bereits positiv auf die Geschäftsentwicklung auszuwirken. Im zweiten Quartal erreichte Caterpillar einen Rekordumsatz von 20,5 Milliarden US-Dollar, wobei die Sparte für Stromerzeugungsanlagen besonders stark wuchs. Der Umsatz in diesem Bereich stieg um 72 Prozent auf 3,10 Milliarden US-Dollar. Der CEO Joe Creed betonte, dass die Nachfrage nach Cloud-Computing- und generativer KI-Infrastruktur weiterhin hoch bleibe.
TechCrunch berichtete über diese Entwicklungen.