Expansion · 2. September 2026
Auch veröffentlicht auf Español, Türkçe, עברית, العربية
Adam Kostyál fordert bessere Rahmenbedingungen für schwedische Unternehmen vor der Wahl 2026
Schweden steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. In einer Zeit globaler Unsicherheiten, verschärften Wettbewerbs und rasanter technologischer Veränderungen stellt sich eine grundlegende Frage: Wie bauen wir ein stärkeres, wohlhabenderes und widerstandsfähigeres Schweden auf?
Die Antwort beginnt beim Unternehmertum, betont Adam Kostyál, Geschäftsführer der Stockholmsbörsen. Nur Unternehmen entwickeln zukünftige Innovationen und schaffen Arbeitsplätze. Wachstum von Unternehmen führe zu mehr Jobs, höheren Steuereinnahmen und damit zu einer gestärkten Wohlfahrt. Dieser Zusammenhang sei einfach, aber entscheidend für Schwedens Zukunft.
Vor der Wahl 2026 müsse die wichtigste wirtschaftliche Frage lauten: Wie schaffen wir die besten Voraussetzungen für schwedische Unternehmen, um zu gründen, zu wachsen und in Schweden zu bleiben? Schweden habe bereits mehr international erfolgreiche Unternehmen pro Kopf hervorgebracht als fast jedes andere Land. Globale Branchenführer und Weltmarktführer aus der Technologiebranche seien entstanden, und schwedische Ideen konkurrierten erfolgreich auf dem Weltmarkt.
Diese Erfolge seien kein Zufall, sondern das Ergebnis langfristiger politischer Reformen, starken Unternehmertums und funktionierender Kapitalmärkte. Schweden verfüge über die meisten börsennotierten Unternehmen pro Kopf in Europa. Schwedische Haushalte seien unter den engagiertesten Aktionären weltweit, sowohl direkt über ISK als auch indirekt über Pensionskapital, das schwedische Unternehmen unterstütze. Über Jahrzehnte sei ein Ökosystem entstanden, in dem Ersparnisse in Investitionen umgewandelt werden, Investitionen in Unternehmenswachstum und dieses wiederum in Jobs und Wohlfahrt.
Doch dieses Ökosystem werde nun herausgefordert. Die USA mobilisierten enorme Ressourcen, um Investitionen und Weltmarktführer anzulocken. Asiatische Volkswirtschaften investierten aggressiv in Zukunftstechnologien. Gleichzeitig arbeite die EU an integrierteren Kapitalmärkten und besseren Finanzierungsmöglichkeiten für europäische Unternehmen. Wenn Europa nun die schwedische Modell für Innovation, Unternehmertum und Kapitalbildung hervorhebe, müsse die Antwort Schwedens sein, seine Stärken weiterzuentwickeln, statt abzuwarten, bis andere aufholen.
Die Frage sei nicht, ob Reformen nötig seien, sondern ob Schweden es sich leisten könne, untätig zu bleiben. Wenn Kapital in andere Märkte fließe, verliere Schweden Investitionen. Wenn Wachstumsunternehmen sich anderswo ansiedelten, gingen Jobs verloren. Wenn Innovationen außerhalb der Landesgrenzen entwickelt und vermarktet würden, gingen zukünftige Steuereinnahmen verloren. Im Kern gehe es um Wettbewerbsfähigkeit.
Ein Land, das die grüne Wende, die digitale Transformation und die Entwicklung der Industrie von morgen anführen wolle, müsse diese Investitionen auch finanzieren können. Dafür seien starke und wettbewerbsfähige Kapitalmärkte erforderlich.
Der Zusammenhang sei klar: Unternehmen mit besserem Zugang zu Kapital wüchsen schneller, investierten mehr und stellten mehr Menschen ein. An der Nasdaq First North notierte Unternehmen schüfen viermal so viele Jobs wie vergleichbare nicht-börsennotierte Unternehmen. Hinter jedem solchen Unternehmen stünden Menschen, die Arbeit fänden, Kommunen mit höheren Steuereinnahmen und stärkere Gemeinschaften. Die Gesundheit der Kapitalmärkte sei daher keine Frage allein für die Finanzbranche, sondern für Schwedens Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. Es gehe um Innovation, Jobs, Renten und Wohlfahrt.
Letztlich gehe es um die Zukunft, die Schweden gestalten wolle. Schweden brauche nun denselben Reformwillen, der einst die Grundlage für seinen Wohlstand gelegt habe. Es brauche politische Führungskräfte, die Unternehmertum als gesellschaftliche Frage begreifen und verstehen, dass Investitionen kein Selbstzweck, sondern der Motor für neue Jobs, neue Unternehmen und eine stärkere Wohlfahrt seien.
Am Ende gehe es bei der Wahl 2026 darum, welches Schweden man bauen wolle: eines, das sich mit der Verwaltung früherer Erfolge zufriedengibt, oder eines, das neue schafft?
Dagens Industri berichtete über die Forderung von Adam Kostyál.