Finanzierung · 23. August 2026
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Firmen fürchten vor allem Wiedereinführung der Grundsteuer – fünf Parteien lehnen bereits ab
Laut der PwC-Steuerbarometer-Umfrage 2026 fürchten schwedische Unternehmen am meisten die Wiedereinführung der Grundsteuer, gefolgt von Erbschafts- und Vermögenssteuer.
Drei von 300 befragten Unternehmen sind große börsennotierte Firmen, 230 kleine und mittlere Unternehmen. Die Steuerbarometer-Umfrage wurde im Mai und Juni 2026 durchgeführt.
Fünf der acht im schwedischen Reichstag vertretenen Parteien haben die Wiedereinführung aller drei Steuern bereits ausgeschlossen. Dazu gehören die Sozialdemokraten, die Moderaten, die Schwedendemokraten, die Christdemokraten und die Liberalen. Gemeinsam verfügen diese Parteien über eine klare Mehrheit im Parlament.
Centerpartiet und Miljöpartiet nennen keine der drei Steuern in ihren Prioritätenlisten. Miljöpartiet schlägt stattdessen Reformen bei den Kapitalssteuern vor, ohne diese näher zu konkretisieren.
Die staatliche Grundsteuer auf Wohnimmobilien wurde 2008 abgeschafft. Seitdem zahlen Hausbesitzer eine kommunale Grundsteuer von 0,75 Prozent des Steuerwerts, mit einem Höchstbetrag von 10 425 schwedischen Kronen pro Jahr für das Steuerjahr 2026.
Vänsterpartiet schlägt vor, eine staatliche Grundsteuer zusätzlich zur kommunalen Abgabe einzuführen, um teure Villen stärker zu besteuern. Das Ziel ist, dass Besitzer günstigerer Immobilien weniger zahlen sollen. Eine konkrete prozentuale Höhe oder Wertgrenze wurde noch nicht festgelegt.
Das Partei schlägt in einer Motion vor, nur sehr teure Villen zu besteuern, ohne jedoch eine genaue Definition zu nennen. Vänsterpartiet plant zudem eine Milliardärssteuer und eine Exitsteuer für Personen, die das Land verlassen. Laut Ökonomieprofessor Lars Calmfors könnte die Milliardärssteuer jedoch kaum Einnahmen für den Staatshaushalt generieren.
In Europa liegt Schweden bei der laufenden Besteuerung von Wohnimmobilien im unteren Mittelfeld. In Belgien können die Stempelsteuern beim Kauf bis zu 12,5 Prozent des Kaufpreises betragen.
Unternehmen sehen größere praktische Herausforderungen
Laut der Umfrage berichten 53 Prozent der großen Unternehmen, dass der Zeitaufwand für Steuerangelegenheiten in den letzten fünf Jahren gestiegen ist. Oscar Warglo, Steuerexperte bei PwC, führt dies auf zunehmende Komplexität und administrative Lasten zurück.
Ein Beispiel ist das Växa-Stöd, das früher direkt in der Arbeitgeberanmeldung markiert werden konnte. Seit 2026 müssen Arbeitgeber zunächst die vollen Arbeitgeberabgaben zahlen und anschließend eine Rückerstattung bei der Steuerbehörde beantragen.
Schwedische Unternehmen zahlen bereits die höchsten Arbeitgeberabgaben in der EU. Laut dem Schwedischen Kleinunternehmerverband entspricht dies etwa 156 Milliarden schwedischen Kronen mehr pro Jahr im Vergleich zum EU-Durchschnitt.
Arbeitgeberabgaben im Fokus der politischen Debatte
35 Prozent der Unternehmen priorisieren die Senkung der Arbeitgeberabgaben vor der Wahl. Besonders kleine und mittlere Unternehmen fordern dies. Politisch gibt es hier Bewegung über die Blockgrenzen hinweg.
Centerpartiet schlägt eine breite Senkung vor, während Kristdemokraterna die Abgaben für die ersten fünf Beschäftigten in kleinen Unternehmen reduzieren möchte. Vänsterpartiet fordert die vollständige Abschaffung der Abgaben für den ersten Beschäftigten in kleinen Firmen.
Die Regierung hat bereits eine vorübergehende Senkung umgesetzt. Seit dem 1. April 2026 zahlen Arbeitgeber für Beschäftigte ab 19 bis unter 24 Jahren 20,81 Prozent statt 31,42 Prozent auf Lohnanteile bis 25 000 schwedische Kronen monatlich. Diese Regelung gilt bis zum 30. September 2027.
Unternehmen fordern weitere Vereinfachungen bei 3:12-Regeln
Sieben von zehn kleinen und mittleren Unternehmen wünschen sich weitere Vereinfachungen der 3:12-Regeln. Die neuen Regeln traten am 1. Januar 2026 in Kraft und sehen ein festes Grundbetrag von 322 400 schwedischen Kronen pro Unternehmen vor, entsprechend vier Basisbelägen. Die Lohnausschüttungspflicht und die Vier-Prozent-Hürde wurden abgeschafft.
Trotzdem gelten die Regeln weiterhin als kompliziert, und Kritiker bemängeln, dass die Reform bestimmte Unternehmensgruppen begünstigt.
Einheitlicher Wunsch nach überparteilicher Steuerdebatte
95 Prozent der Unternehmen wünschen sich einen überparteilichen Dialog über Steuern. Ulrika Lundh Eriksson, Steuerexperte bei PwC, betont die Notwendigkeit stabiler und vorhersehbarer Steuerregeln.
Gleichzeitig bewerten sieben von zehn Unternehmen die aktuelle Steuerpolitik als eher oder sehr gut. Dennoch fordert die Hälfte der Unternehmen eine umfassende Steuerreform in der nächsten Legislaturperiode.
Die Sorge vor Grundsteuer, Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer spiegelt vor allem die Angst vor Änderungen der Steuerregeln wider, nicht die konkreten Steuern selbst. Fünf Parteien mit Parlamentsmehrheit haben bereits alle drei Steuern abgelehnt, sodass die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereinführung gering erscheint.
Dagens PS berichtete über diese Entwicklungen.