Finanzierung · 23. Oktober 2026
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Elax Énergie sichert sich 30 Millionen Euro zur Optimierung von Warmwassersystemen
Das Unternehmen Elax Énergie hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 30 Millionen Euro abgeschlossen, um seine Technologie zur intelligenten Steuerung von elektrischen Warmwasserbereitern auszubauen. Diese Kapitalinjektion soll es dem Betrieb ermöglichen, seine Lösung für die Anpassung des Heizverhaltens an den tatsächlichen Bedarf der Bewohner sowie an die Verfügbarkeit von Strom im Netz weiter zu verbreiten. Laut den Angaben des Unternehmens ist die Technologie bereits in nahezu 100.000 Wohneinheiten installiert worden.
Die französische Nachrichtenquelle FrenchWeb berichtete über diese Transaktion und erläuterte den technischen Ansatz, bei dem zwei unterschiedliche Strategien kombiniert werden. Zum einen zielt das System darauf ab, den Energieverbrauch durch eine präzisere Anpassung der Wassertemperatur an die Gewohnheiten der Nutzer zu senken. Zum anderen verschiebt es den Zeitpunkt des Aufheizens in Phasen, in denen elektrische Energie im Überfluss vorhanden ist, etwa während der Mittagsstunden bei hoher Solarproduktion. Dieser zeitliche Versatz zwischen dem eigentlichen Heizvorgang und der späteren Entnahme des warmen Wassers für Abendduschen trägt zur Stabilisierung des Stromnetzes bei.
Ein zentraler Aspekt der Technologie besteht in der Installation eines vernetzten Thermostats an bestehenden Warmwasserspeichern, was laut Herstellerangaben lediglich etwa zwanzig Minuten in Anspruch nimmt. Das Gerät kommuniziert über eine Mobilfunkverbindung und ist nicht auf das lokale WLAN-Netzwerk der Wohnung angewiesen. Nach einer initialen Beobachtungsphase der Nutzungsmuster passt das System die Heizzyklen und die Zieltemperatur automatisch an. Das Unternehmen gibt an, dass auf diese Weise Einsparungen von 20 bis 25 Prozent beim spezifischen Verbrauch des Warmwasserbereiters erzielt werden können. Diese Berechnung bezieht sich ausschließlich auf die Warmwasserbereitung und nicht auf den gesamten Stromverbrauch eines Haushalts. Die Methode zur Ermittlung dieser Werte wurde gemeinsam mit dem Partner Carbone 4 entwickelt.
Neben der reinen Verbrauchsreduktion schafft das System wirtschaftlichen Wert durch die Bereitstellung von Flexibilität für das Stromnetz. Indem Tausende von Geräten koordiniert gesteuert werden, kann das Unternehmen Lastspitzen glätten und Verbrauch in Zeiten hoher Erzeugung verlagern. Diese gebündelte Kapazität kann auf den Strommärkten vergütet werden. Der Geschäftsführer Thomas Tirtiaux erklärte in einer öffentlichen Stellungnahme, dass die Einnahmen aus dieser Vermarktung der Flexibilität es ermöglicht haben, die zuvor von Vermietern gezahlten Abonnementgebühren für die Steuerungsdienste abzuschaffen. Dennoch verursachen die Hardware, die Installation, die Konnektivität und die Wartung weiterhin Kosten, sodass die Wirtschaftlichkeit des Modells von den pro Gerät generierten Erträgen über dessen Lebensdauer abhängt.
Die Funktionsweise nutzt die thermische Trägheit der isolierten Wasserspeicher, die Wärme über längere Zeiträume speichern können, ohne dass sofortiger Nachschub erforderlich ist. Im Gegensatz zur Raumheizung, bei der der Komfort direkt von der aktuellen Innentemperatur abhängt, erlaubt der Warmwasserspeicher eine Entkopplung von Erzeugung und Nutzung. Wenn die elektrische Nachfrage hoch ist, kann ein Gerät mit ausreichender Reserve das Heizen verzögern. Umgekehrt kann in Zeiten solarer Spitzenproduktion geheizt werden, auch wenn das Wasser erst Stunden später benötigt wird. Diese Anpassungsfähigkeit unterstützt das Gleichgewicht zwischen Stromproduktion und -verbrauch, wobei einzelne Geräte nur einen geringen Beitrag leisten, die Masse der koordinierten Einheiten jedoch eine signifikante Marktgröße darstellt. Derzeit liegen keine detaillierten Angaben zu den genauen Einnahmen pro Einheit oder den Gesamtkosten für die Ausstattung einer Wohnung vor.