Expansion · 26. August 2026

Auch veröffentlicht auf English, Português (Brasil)

TechBBQ 2026 in Kopenhagen: Nordischer Deeptech-Gipfel mit über 10.000 Teilnehmern erwartet

crane machine
Bence Balla-Schottner / Unsplash

Vom 26. bis 27. August 2026 wird die nordische Deeptech-Community im Bella Center in Kopenhagen zusammenkommen, um die Herausforderungen des Erwachsenwerdens zu diskutieren. Laut FrenchWeb werden mehr als 10.000 Personen erwartet, darunter 4.000 Gründer und Betreiber sowie fast 2.000 Investoren aus über 90 Ländern. Die Veranstaltung, die unter dem Namen TechBBQ stattfindet, markiert nach dreizehn Jahren ihr Debüt im großen Rahmen und behält dabei ihren ursprünglichen Namen bei.

Die Konferenz widmet sich einem breiten Spektrum an Themen, darunter künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Halbleiter, Arzneimittelforschung, neue Materialien, Klimatechnologien und Verteidigung. Ein zentraler Fokus liegt auf der Frage, wie wissenschaftliche Exzellenz in wettbewerbsfähige Unternehmen umgewandelt werden kann, die mit den USA und China mithalten können. Die nordische Deeptech-Szene steht dabei vor der Herausforderung, langfristige Finanzierungen zu sichern, Produktionsstätten aufzubauen und erste große Kunden zu gewinnen, ohne dass die Kontrolle über die Unternehmen an die USA abwandert.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Rolle des „Patientenkapitals“, das in der nordischen Region eine zentrale Funktion einnimmt. Universitäten, öffentliche Fonds wie der dänische Staatsfonds EIFO sowie private Stiftungen wie die Novo Nordisk Foundation und die Lundbeck Foundation unterstützen die Entwicklung von Deeptech-Startups über Jahrzehnte hinweg. Diese Stiftungen finanzieren nicht nur Grundlagenforschung und wissenschaftliche Infrastruktur, sondern begleiten auch die Gründung von Unternehmen – ein Ansatz, der in Europa selten ist.

Am 25. August beginnt die Veranstaltung mit einem Investor Day im Maersk Tower, einem Zentrum für Innovation und Forschung in Kopenhagen. Rund 800 Vertreter von Risikokapitalfonds, Corporate-Venture-Einheiten, Family Offices und Business-Angel-Netzwerken werden erwartet. Der Standort ist kein Zufall: Im Innovation District Copenhagen arbeiten bereits 40.000 Forscher, Studenten und Mitarbeiter, und es wurden über 500 Startups aus der Forschung gegründet. Die Nähe zu Technologietransferstellen wie DTU Skylab, KU Lighthouse und Beta.Health ermöglicht eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft.

Am 27. August richtet sich der Fokus auf politische Rahmenbedingungen. Auf der Policy Stage diskutieren Unternehmer, Investoren, europäische Verantwortliche und Vertreter nordischer Regierungen über Themen wie einen möglichen nordischen Fonds, die Beteiligung von Pensionsfonds an Technologieinvestitionen, Steuerfragen für Startups sowie die Attraktivität für internationale Talente. Zudem wird das Projekt eines „28. Regimes“ für innovative Unternehmen erörtert, das ein gemeinsames rechtliches Rahmenwerk in Europa schaffen soll.

Die internationale Ausrichtung der nordischen Deeptech-Szene steht ebenfalls im Mittelpunkt. Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Nordic–India Startup Summit statt, der die Zusammenarbeit zwischen nordischer Innovation und indischen Stärken in den Bereichen Talente, Industrieproduktion, digitale Infrastruktur und Marktzugang fördern soll. Parallel dazu wird ein Nordic–Africa Startup Summit die Schnittstellen zwischen nordischer und afrikanischer Technologie in den Bereichen Gesundheit, Agrartechnik, Klimaschutz und künstliche Intelligenz beleuchten.

TechBBQ 2026 positioniert sich damit als eine der wichtigsten Deeptech-Veranstaltungen Europas, die über reine Fachthemen hinaus auch politische und wirtschaftliche Weichenstellungen für die Zukunft der Branche diskutiert.