Produkt · 29. August 2026

Brasilianischer Trägerraketen-Prototyp MLBR erhält Zulassung für nationales Raumfahrtprogramm

An open plan office with rows of desks and computers under linear lights
Petr / Unsplash

Der brasilianische Trägerraketen-Prototyp MLBR hat einen entscheidenden Schritt in seiner Entwicklung erreicht. Die Rakete wurde für die Erteilung der Betriebserlaubnis ausgewählt, ein Dokument, das von der Brasilianischen Raumfahrtagentur ausgestellt wird. Diese Genehmigung stellt einen weiteren Fortschritt für die Integration des Fahrzeugs in das Nationale Programm für Weltraumaktivitäten (PNAE) dar.

Das Projekt erhielt zunächst finanzielle Unterstützung von der Förderagentur für Studien und Projekte (Finep). Um jedoch langfristig im globalen Markt für den Start kleiner Satelliten wettbewerbsfähig zu werden, müssen nun zusätzliche Mittel gesichert werden. Sollte der Zeitplan eingehalten werden, ist der erste Start der Rakete für das Jahr 2027 geplant.

Ralph Correa, Direktor des Projektleiters CENIC, betonte die Bedeutung der Betriebserlaubnis für die Nachhaltigkeit des MLBR-Programms. „Die Integration in das PNAE schafft diese langfristige Perspektive und ermöglicht es, das bereits erworbene Wissen und die getätigten Investitionen in eine tatsächliche Fähigkeit des Landes umzuwandeln“, erklärte er.

In der nächsten Phase muss der MLBR die Ausführungserlaubnis erhalten, die den offiziellen Eintritt des Fahrzeugs in das Portfolio der Weltraummissionen markiert. Aktuell durchläuft die Initiative eine neue logistische Phase, in der bereits gefertigte Komponenten strengen Tests auf Vibrationen, hohe Temperaturen und starke Beschleunigungen unterzogen werden.

Parallel dazu macht der brasilianische Luft- und Raumfahrtsektor Fortschritte bei der Motorenentwicklung. Im Mai führte das Startup BIZU Space erfolgreich Tests des ersten Flugmodells des Flüssigtreibstofftriebwerks ARION durch, das in eigener Infrastruktur in São José dos Campos (SP) getestet wurde. Die Kampagne bestätigte kritische Technologien wie Steuerungssysteme, Tanks und integrierte Ventile. Das Triebwerk wurde mit Flugkerosin und Wasserstoffperoxid betrieben. Die Entwicklung wird ebenfalls von der Finep unterstützt und umfasst die Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Concert, Etsys, Delsis und Plasmahub.

Berichtet von Canaltech.