Expansion · 1. September 2026
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Russlands Benzinproduktion fällt auf 70 Prozent des Bedarfs – Regierung reagiert mit Exportstopp
Russlands Raffinerien und Kraftstoffsektor melden einen schweren Produktionsrückgang. Die tägliche Benzinproduktion sank Ende August von 90.000 auf etwa 80.000 Tonnen, während der inländische Bedarf im Sommer durchschnittlich 115.000 Tonnen pro Tag beträgt. Die aktuelle Produktion deckt damit nur noch rund 70 Prozent des nationalen Bedarfs. Die Agentur Reuters berichtete dies unter Berufung auf zwei Branchenquellen.
Die Lage verschärft sich durch systematische ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastrukturen. Besonders betroffen sind Raffinerien, die für die Benzinproduktion entscheidend sind. Zu den stillgelegten Anlagen gehören Permnefteorgsintez im Gebiet Perm, NORSI im Gebiet Nischni Nowgorod sowie Jaroslawniefteorgsintez im Gebiet Jaroslawl. Erst kürzlich traf ein Angriff die Raffinerie Slawneft-JANOS im Gebiet Jaroslawl, eine der größten des Landes.
Die russische Regierung reagierte auf die Versorgungslücke mit drastischen Maßnahmen. Seit dem 8. Juli gilt ein befristetes Exportverbot für bestimmte Kraftstoffarten, darunter Benzin, das nun bis zum 31. Januar 2027 verlängert wurde. Zuvor hatte die Maßnahme bereits vom 8. bis 31. Juli gegolten. Der Exportstopp soll die inländische Versorgung sichern, belastet jedoch die ohnehin schwache russische Wirtschaft, die stark vom Öl- und Gassektor abhängt.
Um die akute Benzinknappheit zu lindern, setzt Moskau auf Importe aus dem Ausland. Neben Lieferungen aus Belarus bezieht Russland derzeit auch Ölprodukte aus asiatischen Staaten. Die Regierung versucht damit, die Versorgungsengpässe auf dem heimischen Markt zu überbrücken. Regionalbehörden hatten zuvor bereits Verkaufsbeschränkungen an Tankstellen in verschiedenen Landesteilen eingeführt, um die Verteilung zu kontrollieren.
Die ukrainischen Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur halten unvermindert an. Experten der Branche warnen vor weiteren Produktionsausfällen, falls die Infrastruktur weiterhin Ziel von Drohnenangriffen bleibt. Die aktuelle Krise unterstreicht die Verwundbarkeit des russischen Energiesektors und die wachsenden Herausforderungen für die nationale Versorgungssicherheit.
Business Insider PL berichtete über die Entwicklungen im russischen Kraftstoffsektor.