Finanzierung · 11. September 2026
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Mistral schließt mit 3.000 Millionen Euro die größte Finanzierungsrunde für ein privates europäisches Technologieunternehmen ab
Mistral hat eine Finanzierungsrunde in Höhe von 3.000 Millionen Euro abgeschlossen. Diese Summe stellt den bisher größten Betrag dar, der für ein privates Technologieunternehmen in Europa aufgebracht wurde. Die Mittel stammen aus einer Serie-D-Runde, die die Bewertung des Unternehmens auf über 21.000 Millionen Euro anhebt. Damit verdoppelt sich der Wert nahezu im Vergleich zu den 11.700 Millionen Euro, die vor genau einem Jahr erreicht wurden. Die Xataka berichtete über diese historische Entwicklung im europäischen Technologiesektor.
Die Finanzierung wird von Samsung Electronics angeführt, das bereits zuvor eine führende Rolle in der Runde zugesagt hatte. Gemeinsam mit dem europäischen Fonds Scaleup Europe und PSG Equity leiten sie die Operation. Weitere bekannte Investoren beteiligen sich erneut an der Runde, darunter ASML, Nvidia und Andreessen Horowitz. Diese Beteiligung zeigt die breite Unterstützung durch etablierte Akteure der Halbleiter- und Softwareindustrie, die an der Zukunft der europäischen Künstlichen Intelligenz interessiert sind.
Mistral beabsichtigt, einen Teil der 3.000 Millionen Euro in den Aufbau der Infrastruktur zu investieren, die für das Training und die Ausführung von Modellen erforderlich ist. Der Gründer und Geschäftsführer Arthur Mensch erklärte gegenüber dem Financial Times, dass die Runde einen der Hauptengpässe des Unternehmens beseitigen soll: den Zugang zur Rechenleistung. Das Ziel ist es, eine Kapazität zu kontrollieren, die derjenigen der großen chinesischen KI-Labore ähnelt. Die Strategie verdeutlicht, dass das Design von Sprachmodellen ohne die notwendige Hardware für deren Training von begrenztem Nutzen ist.
Das Unternehmen beschreibt seine aktuelle Strategie als Katalog, der offene Modelle, Infrastruktur und Rechenleistung umfasst. Diese Transformation ist seit Monaten im Gange. Mistral hat bereits einige regionale Knotenpunkte für die Ausführung von KI-Modellen in Europa deployed und baut eigene Infrastruktur auf. Zudem wurden sogenannte European Compute Units (ECU) mit mehrjährigen Verträgen geschaffen, die es Unternehmen ermöglichen, die Nachfrage zu verwalten, um die europäische Rechenkapazität zu finanzieren. Das langfristige Ziel ist die Erreichung von 1 Gigawatt Rechenkapazität im Jahr 2030.
Ein zentraler Aspekt der Strategie ist die digitale Souveränität. Mistral argumentiert, dass ein gutes KI-Modell wenig nützt, wenn man für dessen Training von anderen abhängt oder wenn ein ausländisches Unternehmen entscheidet, wo und wie Modelle ausgeführt werden. Als Beispiel für einen ersten Schritt nennt das Unternehmen das Zentrum in Les Ulis bei Paris, das für Inferenz mit einer Rechenkapazität von 10 Megawatt genutzt wird. Die Souveränität wird dabei nicht als „alles hier erstellt“ verstanden, sondern als die Entscheidungsmacht darüber, wo und wie die Systeme funktionieren.
Trotz des Fokus auf europäische Unabhängigkeit ist die Finanzierung selbst nicht ausschließlich europäisch geprägt. Die Beteiligung von Nvidia, dessen Chips für die geplante Infrastruktur wesentlich sind, sowie die frühere Führung durch ASML im vergangenen Jahr bei einer Runde von 1.700 Millionen Euro werfen Fragen zur tatsächlichen Unabhängigkeit auf. Europa bleibt stark von Ländern abhängig, die Chips und Speicher für diese Rechenzentren liefern. Mistral arbeitet bereits mit über 125 großen Unternehmen in 20 Ländern zusammen und strebt an, vor Ende des Jahres 2026 wiederkehrende jährliche Einnahmen in Höhe von 1.000 Millionen Dollar zu erreichen.