30. August 2026

Nvidia setzt Kredit- und Gewinnbeteiligungsprogramm für Cloud-Anbieter vorläufig aus

A very tall building with lots of windows
Declan Sun / Unsplash

Der Chiphersteller Nvidia hat sein Programm für Kreditunterstützung und Gewinnbeteiligung mit Cloud-Dienstleistern vorläufig gestoppt. Der Grund dafür sind interne Bedenken, dass die Zusammenarbeit zu kartellrechtlichen Prüfungen führen könnte. Wie mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, wurde die Aussetzung letzte Woche beschlossen, eine endgültige Streichung des Programms steht jedoch noch nicht fest. Eine Wiederaufnahme bleibt demnach möglich.

Nvidia hatte im Juli angekündigt, gemeinsam mit Cloud-Partnern sogenannte „KI-Fabriken“ aufzubauen. Dazu gehören Vereinbarungen mit Sharon AI und Firmus. Sharon AI plant den Einsatz von 40.000 Nvidia Blackwell AI-Grafikprozessoren für souveräne KI-Infrastrukturen, während Firmus bis zu 170.000 Nvidia-GPUs in einem KI-Fabriken-Komplex auf der indonesischen Insel Batam einsetzen will.

Das ursprüngliche Modell sah vor, dass Nvidia nicht nur durch den Verkauf der Grafikprozessoren direkte Einnahmen erzielt, sondern auch nach Inbetriebnahme der Infrastruktur einen Anteil an den späteren Betriebserträgen erhält. Diese intensivere Einbindung in die Finanzierung und Kapazitätsplanung der Partner gilt nun als potenzielles Risiko für regulatorische Untersuchungen.

Laut dem jüngsten Finanzbericht hat Nvidia bereits Verpflichtungen in Höhe von etwa 108 Milliarden US-Dollar eingegangen, um den Ausbau von KI-Cloud-Infrastrukturen und Rechenzentren zu unterstützen. Dazu zählen finanzielle Garantien, Kreditunterstützungen, Finanzierungsvereinbarungen sowie Leasingmodelle für Rechenzentren.

Zusätzlich teilte das Unternehmen mit, dass es bereits Vereinbarungen mit KI-Cloud-Dienstleistern geschlossen hat, um die Nutzung seiner Rechenzentrumsprodukte zu erweitern. Diese Absprachen könnten vorsehen, dass Nvidia nicht genutzte zugesagte Rechenkapazitäten zurückkauft. Das Unternehmen warnt jedoch, dass die erwarteten Einnahmen aus diesen Kapazitäten sinken könnten, falls die Nachfrage nach KI-Rechenleistung oder die Marktpreise hinter den Prognosen zurückbleiben.

cnBeta berichtete über diese Entwicklung.