Produkt · 24. August 2026

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Sicherheitslücken in Slowakei: Verdacht auf russische Spionagekameras im Straßenüberwachungssystem

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fabio / Unsplash

Die slowakische Nationale Sicherheitsbehörde NBU hat laut einem Bericht des Geheimdienstes einen Verdacht gegen ein zentrales Element des nationalen Straßenüberwachungssystems erhoben. Die als NERO R-ONE bezeichneten Geschwindigkeitsmesskameras sollen demnach über eine Hintertür verfügen, die einen Fernzugriff über eine Shell und ein Netzwerk ermöglicht. Dieser Zugriff soll durch eine SMS-Nachricht von einer vordefinierten Telefonnummer aktiviert werden können.

Laut dem NBU-Bericht enthalten die Kameras nicht nur die erwähnte Hintertür, sondern auch weitere erhebliche Sicherheitslücken. Dazu gehören ein SecureBoot-Mechanismus, der die Herkunft der Firmware nicht überprüft, sowie ein ungeschütztes Webportal zur Verwaltung und öffentlich zugängliche Live-Streams ohne Passwortschutz. Diese Schwachstellen könnten den Unterschied zwischen einer legitimen Nutzung und unautorisierten Eingriffen verwischen und das Risiko einer schleichenden Kompromittierung über den gesamten Lebenszyklus der Hardware erhöhen.

Der Fall wirft zudem politische und vertragliche Fragen auf. Die Ermittlungen sollen begonnen haben, nachdem die Opposition der Regierung vorgeworfen hatte, Kameras russischer Herkunft gekauft zu haben. Medienberichte in der Slowakei verknüpften das Geschäft mit einem zyprischen Unternehmen, das über komplexe gesellschaftsrechtliche Strukturen und als falsch eingestufte Zertifizierungen verfügt.

Ein EU-Projekt mit einem Budget von etwa 30 Millionen Euro soll den nationalen Straßenüberwachungsdienst umstrukturieren und den Einbau von Hunderten Kameras an ausgewählten Straßen vorsehen. Das Innenministerium bestritt zunächst jede russische Herkunft der Kameras und betonte, dass keine Datenlecks bestünden, da die Geräte in einem geschlossenen Netzwerk betrieben würden. Der NBU hält jedoch fest, dass die identifizierten Schwachstellen unabhängig vom Netzwerkisolationsgrad bestehen könnten.

Die Behörden haben die Implementierung der Kameras vorerst gestoppt und planen eine zusätzliche Prüfung durch Dritte. Dies deutet darauf hin, dass die anstehende Prüfung über eine bloße Formalität hinausgeht und als technische Validierung vor einer möglichen Ausweitung des Systems dienen soll. Der Fall bleibt weiterhin in Untersuchung, wirft jedoch bereits Fragen zur Sicherheit der beauftragten Systeme auf, unabhängig von deren Herkunft.

Berichtet von Startupi.