Expansion · 29. August 2026

Markt für intelligente Materialien soll bis 2026 auf über 100 Milliarden US-Dollar wachsen

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Oliver Fetter / Unsplash

Der globale Markt für intelligente Materialien wird voraussichtlich im Jahr 2026 einen Wert von etwa 100,1 Milliarden US-Dollar erreichen. Dies geht aus einer Prognose der Beratungsfirma Grand View Research hervor.

Intelligente Materialien zeichnen sich dadurch aus, dass sie auf Umweltreize wie Licht, Wärme, Druck oder elektrische Felder reagieren und dabei ihre Eigenschaften wie Form, Farbe, Steifigkeit oder Leitfähigkeit verändern. Zu den bekanntesten Vertretern gehören piezoelektrische Materialien, die mechanische Energie in elektrische umwandeln, sowie Legierungen mit Formgedächtnis, die nach einer Verformung durch Erwärmung in ihre ursprüngliche Gestalt zurückkehren.

Laut Grand View Research wird der Markt bis zum Jahr 2030 voraussichtlich auf etwa 133,1 Milliarden US-Dollar anwachsen. Trotz des erwarteten Wachstums bleiben Herausforderungen bestehen, darunter hohe Produktionskosten, Schwierigkeiten bei der Skalierung der Herstellung und begrenzte Leistungsfähigkeit in bestimmten Anwendungen.

Einige intelligente Materialien sind bereits in kommerziellen Produkten im Einsatz. In der Medizin werden etwa Formgedächtnislegierungen für selbstexpandierende Stents oder orthodontische Drähte genutzt. In der Elektronik ermöglichen piezoelektrische Materialien die Energiegewinnung aus mechanischen Bewegungen, etwa in Sensoren oder tragbaren Geräten. In der Bauindustrie kommen magnetorheologische Materialien zum Einsatz, die unter magnetischen Feldern ihre Viskosität ändern und so Schwingungen in Gebäuden oder Brücken dämpfen.

Die Entwicklung intelligenter Materialien begann bereits im frühen 20. Jahrhundert, als der schwedische Chemiker Gustav Arne Ölander den Formgedächtniseffekt in einer Gold-Kadmium-Legierung beobachtete. Seitdem haben sich die Anwendungsmöglichkeiten deutlich erweitert, von der Luftfahrt bis hin zur Robotik.

Trotz der Fortschritte bleiben einige Anwendungen noch auf Laborumgebungen beschränkt. Forscher arbeiten daran, mehrere Reaktionsmechanismen in einem einzigen Material zu kombinieren, etwa die Kombination von Wärme- und elektrischer Reaktion, um komplexere Funktionen zu ermöglichen.

Die Tecmundo berichtete über diese Entwicklung.