Expansion · 2. September 2026

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Drei Milliarden Dollar Umsatz erwartet: Der Markt für Frauensport wächst rasant

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Bence Balla-Schottner / Unsplash

Der Markt für Frauensport entwickelt sich zu einem lukrativen Geschäftsfeld. Laut einer Prognose von Deloitte werden die globalen Umsätze im Bereich Frauensport im Jahr 2026 voraussichtlich mindestens 3 Milliarden Dollar erreichen. Dies entspricht einem Anstieg von 25 Prozent gegenüber 2,4 Milliarden Dollar im Jahr 2025 und einer Steigerung um 340 Prozent seit 2022.

Die geografische Verteilung der Einnahmen zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Regionen. Nordamerika soll mit 54 Prozent den größten Anteil am globalen Markt einnehmen, während Europa auf 14 Prozent kommt. Diese Zahlen spiegeln unterschiedliche Entwicklungsphasen der Ökosysteme wider und unterstreichen, dass die USA nicht einfach als Vorbild dienen können.

Die Zusammensetzung der Einnahmen verdeutlicht, dass der kommerzielle Bereich eine zentrale Rolle spielt. Weltweit entfallen 45 Prozent der Umsätze auf Sponsoring, Partnerschaften, Lizenzierung und Merchandising. Bei den 15 umsatzstärksten Frauenfußballclubs Europas steigt dieser Anteil sogar auf 72 Prozent. Broadcasting und Eintrittsgelder machen dagegen einen deutlich geringeren Teil aus.

Experten betonen, dass diese Zahlen zwar das Potenzial des Marktes unterstreichen, aber auch zeigen, dass die Monetarisierung noch nicht ausgereift ist. Die Einnahmen aus Medienrechten bleiben hinter dem Wachstum des Publikumsinteresses zurück, was typisch für aufstrebende Branchen ist. Hier besteht die Gefahr, dass kurzfristige Erfolge mit nachhaltigen Geschäftsmodellen verwechselt werden.

In Italien zeigt sich ein ähnliches Bild: Eine im April 2026 durchgeführte YouGov-Umfrage im Auftrag von The Breakaway ergab, dass sich 18,6 Millionen Menschen für Frauensport interessieren. Allerdings betrachtet nur ein Prozent der Bevölkerung diesen als eines ihrer Hauptinteressen. Dies deutet darauf hin, dass das Interesse zwar vorhanden ist, aber noch nicht in stabile Gewohnheiten umgewandelt wurde.

Die Studie verweist darauf, dass der Aufbau einer kontinuierlichen Infrastruktur entscheidend ist. Dazu gehören regelmäßige Berichterstattung, einfache Zugänglichkeit zu Live-Übertragungen und die Schaffung von Identifikationsmöglichkeiten mit Athletinnen und Vereinen. Ohne diese Grundlagen bleibt das Potenzial des Marktes ungenutzt.

Die Autoren des Artikels warnen davor, den Frauensport als Nebenprojekt zu behandeln. Stattdessen sollte er strategisch als eigenständiges Verbrauchergeschäft aufgebaut werden, das auf den Bedürfnissen des Publikums und den Gelegenheiten zur Nutzung basiert. Nur so können nachhaltige Einnahmequellen erschlossen werden.

StartupBusiness berichtete über diese Entwicklung.